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Einfühlsam
Sterbende begleiten
Bericht
von Edeltraut Perner, Pflegepartnerin des Privaten Pflegedienstes
ISL in Lienz
Ich
wurde über die Situation an einer Pflegestelle informiert
und gefragt, ob ich mich in der Lage sehen würde, diese
Pflegestelle zu übernehmen. Frau G. hätte Hautkrebs,
sei austherapiert und man müsse damit rechnen, dass
sie bald sterben würde.
Auf
der Fahrt zur Pflegestelle hatte ich noch genug Zeit,
mich auf die Situation einzustellen und es gingen mir
einige Fragen und Überlegungen durch den Kopf: In welchen
psychischen und physischen Zustand wird die Kundin wohl
sein? Wie geht es den Angehörigen? Bin ich dann ganz
auf mich gestellt? Helfen die Angehörigen mit? Wie stark
hat die Kundin Schmerzen? Wie sieht es mit Schmerztherapie
aus? Bettlägerig - Sind die entsprechenden Pflegehilfsmittel
vorhanden? Werde ich von der Kundin und von den Angebhörigen
angenommen werden? Was kommt auf mich zu? Wie wird die
Atmosphäre vor Ort sein? Wie wird mit dem Thema Tod
umgegangen werden? Obwohl er zum Leben gehört, meistens
wird er verdrängt. Inwieweit hat die Kundin realisiert,
wie ihre Situation ist, wie gehen die Angehörigen damit
um, dass es für einen Menschen, den sie lieben, keine
Hoffnung mehr gibt? Wird der Tod von ihr und den Angehörigen
eher als Erlösung betrachtet werden, denn so wie mir
geschildert wurde, habe die Kundin ja große Schmerzen,
oder wird sie mit aller Kraft noch bis zuletzt dagegen
ankämpfen? Wie auch immer, Abschiednehmen tut immer
weh.
Viele
dieser Fragen wurden mir dann durch die Pflegedienstleitung
vor Ort , die mich vom naheliegenden Bahnhof abholte
und zur Pflegestelle brachte, beantwortet. Das war für
mich sehr wertvoll, denn diese hatte die Pflegestelle
bisher betreut und konnte mich gut auf die Situation
vorbereiten.
An
der Pflegestelle angekommen wurde ich sofort mit
den Gefühlen und Empfindungen wie Trauer, Bedrückung,
Unverständnis, Hilflosigkeit, Kampf, Angst, Unsicherheit
konfrontiert und mir wurde sofort klar, hier geht es
nicht nur darum, die Kundin noch liebevoll und fürsorglich
zu pflegen, sondern auch die Angehörigen - unter Berücksichtigung
der jeweiligen Befindlichkeiten - ruhig und sensibel
in den Sterbeprozess mit einzubeziehen. Mein Anliegen
war, dieser sterbenden Frau einen würdevollen, sanften
und soweit nur möglich schmerz- und angstfreien Zustand
zu gewährleisten. Mein Bemühen war, durch tröstende
Worte und Gesten, die Angst zu nehmen, bzw. zu verringern.
Ganz wichtig war mir, ihr in keinem Moment das Gefühl
zu vermitteln, dass sie alleine ist. In der Art, wie
ich sie wusch, den Schweiß abwischte, mit ihr betete,
schwieg, leise sang und sie berührte, versuchte ich
ihr zu vermitteln, dass sie gerade jetzt jemand hat,
der bei ihr ist.
Diese
Atmosphäre konnte nur aufgebaut werden, da Frau G. ganz
intensiv durch das örtliche mobile Palliativteam vor
Ort betreut wurde. Die Zusammenarbeit mit dem Palliativteam
war für mich eine ganz tolle Erfahrung und hat aus meiner
Sicht hervorragend geklappt. Die leitende Ärztin, Frau
Dr. S. hat sich viel Zeit genommen, um mit den Angehörigen
und mit mir die Schmerztherapie zu besprechen. Die Medikamentenabgabe
wurde kontinuierlich auf den jeweiligen Schmerzzustand
der Kundin abgestimmt und angepasst. Das mobile Palliativteam
war jederzeit telefonisch erreichbar und wenn nötig
innerhalb kurzer Zeit vor Ort, um weitere Behandlungsmaßnahmen
zu besprechen und vorzunehmen.
Wir
sind innerhalb kurzer Zeit, Angehörige, Palliativteam
und unser Team vom ISL (Pflegedienstleitung, Einsatzleitung
und ich als Pflegerin vor Ort) zu einem ganz tollem
Team zusammengewachsen.
Natürlich
konnten wir den Lauf der Dinge nicht mehr abwenden,
aber als Frau Gruber schließlich starb, ist ihr zumindest
noch ein ganz großer Wusch in Erfüllung gegangen - zu
Hause von ihren Lieben Abschied nehmen zu können. Für
mich war es eine wertvolle Erfahrung und ich kündigte
in der Geschäftstelle schon an: "Wenn ihr wieder
einmal so einen Fall habt, ich übernehme ihn gerne."
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Eine
Pflegepartnerin in der häuslichen Pflege "Rund
um die Uhr"
Hildegund
Watzinger ist seit mehr als einem Jahr hauswirtschaftliche
Betreuerin. Eine "Spätberufene", vormalige
Bürokauffrau, die durch Weiterbildung diesen Beruf ergriffen
hat. Aus Überzeugung und mit Freude übt sie diesen
aus und ist auch weiterhin bestrebt, sich bei jeder
sich bietenden Gelegenheit auf dem Laufenden zu halten.
Sie hat sich zum Lebensmotto gemacht: "Du kannst
nie den Anderen ändern, ändern kannst Du nur Dich
selbst."
Hintergrund
Seit
Mai betreut sie abwechselnd mit ihrer Kollegin Anna
Kornher Frau Winkler (Name von der Redaktion geändert)
in Kärnten. Frau Winkler hat nach dem Tod ihres Gatten
vor vier Jahren bis zum heutigen Tag nicht trauern,
geschweige denn Gefühle zeigen können. Sie verschloss
sich immer mehr. Im letzten Jahr begannen Störungen
im Gedächtnisbereich, vor allem das Kurzzeitgedächtnis,
Gehstörungen, übermäßiges Schwitzen, besonders bei Herausforderungen,
vor denen sie Angst hat. Und das können schon die kleinsten
Dinge des alltäglichen Lebens sein.
Untersuchungen
ergaben, dass diese Störungen im vorderen Stirnbereich
und der Schläfe angesiedelt sind. Stärker betroffen
ist die linke Seite, die in der Motorik langsamer als
die rechte Seite ist. Weiters ergab die Diagnostik Parkinson.
Sie muss beim Gehen gestützt und alle 2 Stunden zur
Toilette geführt werden. Es ist Frau Winkler z.B. nur
möglich, eine Sache zu tun. Sie lässt sich von der geringsten
Kleinigkeit ablenken und verliert sofort die Konzentration.
Z.B. kann sie nur essen und verträgt es nicht, währenddessen
angesprochen zu werden. Ganz besonders wichtig ist,
dass alle ihr vertrauten Gegenstände exakt auf ihrem
Platz liegen. Die Morgen- und Abendtoilette sind immer
ein wiederkehrendes Ritual. Jeder Handgriff muss exakt
in der genauen Reihenfolge sitzen. Das kann manchmal
besonders stressig werden, weil Frau Winkler alles registriert.
Sie neigt auch zu plötzlichem Aufstehen und abrupten
Bewegungen, was zu Stürzen führen kann. Also heißt das
für die Betreuerin äußerste Wachsamkeit.
Frau
Watzinger berichtet
Ich habe
nach anfänglichen Schwierigkeiten begonnen, mir all
diese Eigenheiten und Vorlieben von Frau Winkler aufzuschreiben
und genau zu merken, und sie vor allem ernst zu nehmen.
Ich habe aufgehört, mich innerlich dagegen aufzulehnen
und mich bemüht, immer liebenswürdig zu bleiben. War
sie unwirsch, habe ich mit einem Späßchen reagiert,
was dann auch Frau Winkler ein Lächeln entlockte. Und
das gelang mit der Zeit in immer kürzeren Abständen.
Wenn es die Situation gerade richtig ergab, nahm ich
sie auch einmal liebevoll in den Arm mit einem tröstenden
Wort auf den Lippen (weil Mitgefühl manchmal Balsam
für die Seele ist). Zu meiner Freude lässt sie es zu
und erwidert diese Gefühle immer öfter. Wenn es einmal
einen Konflikt gibt, wird dieser sofort angesprochen,
und ich erkläre Frau Winkler, wie ich mich durch ihr
Verhalten fühle, oder z.B. auch was mich kränkt. Das
wird kurz besprochen und dann heißt es: Schwamm darüber.
Das schätzt Frau Winkler sehr, weil sie einen starken
Gerechtigkeitssinn und viel Mitgefühl hat. Man muss
es nur an ihr entdecken.
Vor einem
Monat war eine Nachuntersuchung im Spital, bei der ich
sie begleitete. Es wurde zu unserer Freude festgestellt,
dass sich im letzten dreiviertel Jahr die Krankheit
nicht verschlimmert hat. Dann bekam Frau Winkler auch
noch ein neues Medikament, das offensichtlich gut anschlägt.
Das ganze Umfeld stellt neuerdings fest, dass Frau Winkler
umgänglicher, warmherziger, aufgeschlossener und fröhlicher
wirkt. Ab und zu kommt ein derart witziger, trockener
Humor durch, dass man verblüfft ist. Ja, und zugenommen
hat Frau Winkler auch. Wir mussten schon eine ganze
Menge neues Gewand und Pyjama kaufen. Sie ist eine kleine
Feinschmeckerin, und ihren Wünschen komme ich gerne
nach.
Der
Tagesablauf
Aufgestanden
wird meistens um 8 Uhr. Ich setze sie auf den Leibstuhl
und richte zwischenzeitlich die Magnetfeldmatte. Die
Behandlung damit dauert 8 Minuten. Diese Zeit nütze
ich, um die letzten Vorbereitungen für das Frühstück
zu machen. Der Frühstücksplatz wurde am Vorabend bereits
gerichtet, alles auf seine Platz. Nach der "Matte"
muss Frau Winkler ein Glas Tee trinken, weil durch die
Behandlung der Stoffwechsel stark in Gang kommt, und
die Flüssigkeitszufuhr ein absolutes Muss ist. Dann
gehen wir zum Frühstück. Frau Winkler isst Müsli und
trinkt Kaffee. Zuvor nimmt sie noch ihre Medikamente.
Schon während des Frühstücks beginnt sie stark zu schwitzen.
Der Gedanke an das kommende Brausen und Kopfwaschen
ängstigt sie. Auch der tägliche Stuhlgang meldet sich,
und um ihn noch besser in Gang zu bringen, brauchen
wir unser erstes Zigaretterl. Danach gehen wir gemeinsam
ins Bad. Wie immer läuft alles am Schnürchen und jede
Angst erweist sich als unbegründet.
Neuerdings
üben wir, das Wort "Angst" gegen einen anderen
Begriff auszutauschen, z.B. das Baden ist mir unangenehm,
ich mag's nicht oder bäh - aber danach fühle ich mich
sauber und wohlriechend. Zähneputzen, abtrocknen, föhnen,
anziehen, zuknöpfen, macht Frau Winkler wieder alles
selber. Wichtig ist dabei, immer hinter ihr zu stehen,
falls sie nach hinten fällt. Nach der Morgentoilette
gehen wir ins Wohnzimmer. Ihr Platz ist fein säuberlich
hergerichtet. Und jetzt wird eine Zigarette fällig.
In der Zwischenzeit mache ich mich fertig. Um 10 Uhr
ist der Termin bei der Nagelpflege, ein kleiner Fußmarsch,
natürlich im Rollstuhl. Aber vorher unbedingt Lippenstift
auftragen - das gehört zum Ausgehen dazu.
Während
der Nagelpflegesitzung mache ich im Umkreis noch nötige
Einkäufe. Um 11 Uhr ist Frau Winkler fertig. Wir fahren
zurück, nicht ohne unseren Abstecher zur "Nordsee"
um Fisch und Räucherlachs zu holen. Um 11.30 Uhr sind
wir zurück. Frau Winkler liest inzwischen die Tageszeitung
und wird mit Getränken versorgt. Trinken tut sie Gott
sei Dank ausreichend. Gleichzeitig bekommt Frau Winkler
Magnetfeldkissenbehandlung für Beine, Kreuz, Schulter
und Oberschenkel. Ich bin in der Küche und bereite liebevoll
den ausgesuchten Fisch mit Gemüseallerlei und Kartoffeln
zu. Es schmeckt Frau Winkler wie immer sehr gut. Danach
Tabletten einnehmen und Augen eintropfen. Jetzt ist
Fernsehen auf dem Programm, während ich die Küche sauber
mache.
Am Nachmittag
kommt Frau Winklers Freundin und Sachwalterin Inge mit
einer wunderschönen Rose. Auf ihre Frage: "Weißt
Du, von wem?" - kommt die Antwort von Frau Winkler
- "Ja, vom lieben Herrgott". Frau Winkler
geht mit Inge wichtige Dinge durch, ärgert sich fallweise,
wenn ihr nicht alles so einfällt, wie sie will.
Wir beruhigen sie und versuchen geduldig, es herauszubekommen.
Eine Stunde später kommt eine weitere liebe Freundin,
Gitti. Diese wird zum Stäbchenspiel "verdonnert".
Heute gewinnt Frau Winkler sehr oft, und sie lächelt
vergnügt. In der Zwischenzeit richte ich wie jeden Tag
einen Obstteller und ihr Magnesium. Nach dem Besuch
freut sich Frau Winkler aber wieder aufs Fernsehen.
Ganz aktiv wird sie bei Quizsendungen. Sie hat ein enormes
Allgemeinwissen. Sie freut sich herzlich, wenn ihre
Antwort richtig war. Während Frau Winkler fern sieht,
mache ich die Wäsche und die nötigen Handgriffe im Haushalt.
Um 18 Uhr ist Abendessen und Tabletteneinnahme.
Am Abend
möchte mich Frau Winkler beim Fernsehen dabei haben
und genießt es, wenn ich ihr die Zigaretten anzünde
"wie einer Lady". Um 21 Uhr braucht sie noch
einen Milchreis. Das Abendritual mit Zähneputzen, Kaltwaschung
mit Kamille, eincremen und leichter Massage im Schulterbereich
ist auch schon Routine. Jeder Handgriff sitzt. Anschließend
folgt noch eine Behandlung mit der Magnetfeldmatte auf
niedrigster Stufe, die Tabletteneinnahme und Trinken.
Ich richte wieder alles für den nächsten Tag her, damit
nichts fehlt. Dann plaudern wir noch ein wenig und lassen
den Tag Revue passieren. Das Gute-Nacht-Bussi darf nicht
fehlen, sonst wäre der Tag nicht komplett. In der Nacht
muss Frau Winkler um 1.30 und 4 Uhr auf den Leibstuhl,
und ich ziehe sie auch einmal um, weil sie so verschwitzt
ist.
Was wird
der nächste Tag wohl bringen? Auf jeden Fall einen Termin
mit der Physiotherapeutin, die uns beiden sehr wertvolle
Tipps und Tricks beigebracht hat. Ich weiß, dass Frau
Winkler wieder tüchtig und ausdauernd mittun wird -
natürlich nicht ohne Vorängste. Welche Wörter werden
wir statt "Angst" gemeinsam finden?
Lieber
Herrgott, segne auch wieder den neuen Tag und schick'
uns deine Schutzengel. Wir können sie brauchen!
Pflege
zu Hause - rund um die Uhr Die Heimhelferin Manuela
K. pflegte für ISL eine bettlägrige Patientin zu Hause,
die ansonsten in ein Heim hätte gehen müssen
Frau
S. lebt in der Nähe von Innsbruck. Nach einer Operation
wegen eines Oberschenkelhalsbruches hat sie sich für
die häusliche Pflege rund um die Uhr von ISL entschieden.
Sie fängt in der Früh gegen acht Uhr mit der Morgentoilette
an. Das dauert bis gegen neun Uhr. Frau S. ist relativ
schwach und kann nicht mehr alleine aufstehen. Mittags
bekommt sie ihr Essen. Zwischendurch bekommt sie immer
wieder zu trinken.
"Man
ist schon den ganzen Tag mit ihr beschäftigt",
berichtet die Pflegerin Manuela K. Am Nachmittag schläft
Frau S. wieder ein wenig. In dieser Zeit bringt Manuela
den Haushalt in Ordnung und bereitet das Abendessen
vor. Zwischendurch wird Frau S. immer wieder neu gelagert,
damit sich keine Druckstellen auf der Haut bilden.
Nach
dem Abendessen wird die Abendtoilette gemacht und alles
für die Nacht vorbereitet. Manuela K. findet nun Zeit,
ein paar persönliche Dinge zu erledigen, dann geht auch
sie zu Bett. Zwei Stunden später läutet bei ihr der
Wecker. Es ist Zeit, Frau S. neu zu lagern.
Mit
dem Hausarzt zusammenarbeiten Wenn Hausarzt
und Pflegedienst gut harmonieren, profitiert der Patient.
Dr. Lengauer, praktischer Arzt in der Nähe von Hallein
spricht über seine Erfahrungen mit ISL
Als
Hausarzt kommt man immer wieder in die Situation,
eine Lösung für Patienten zu suchen, die pflegebedürftig
werden. Die meisten Patienten wollen zu Hause bleiben,
das gewohnte Interieur wollen sie nicht missen. Als
Hausärzte werden wir von den Patienten oft um Rat gefragt.
Leider haben wir zu wenig Informationen über Pflegeangebote,
die über die normale Hauspflege hinausgehen.
Meine
Patientin Frau St. war mit dem Privaten Plegedienst
ISL sehr zufrieden. Ein großer Vorteil war, dass immer
jemand da war, vor allem auch in der Nacht. Da die Pflegekräfte
den ganzen Tag bei der Patientin waren, konnten sie
sofort reagieren, wenn es nötig war.
Als
die Pflege so schwer wurde, dass es eine Pflegekraft
alleine nicht mehr schaffen konnte, wurde sofort eine
zusätzliche Kraft an die Pflegestelle gebracht. Diese
Flexibilität des Pflegedienstes hat sehr geholfen.
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